.
Maßnahmen zur Verbesserung des Klangs von HiFi-Anlagen
Nach dem, was ich in deutschen Haushalten sehen musste, sind fast die Hälfte der installierten Stereoanlagen, verbesserungswürdig aufgestellt und angeschlossen.
- Sind die Lautsprecher richtig positioniert
- Netzleiste und Stromanschlusskabel
- Cinchkabel
- Lautsprecherkabel
- Raumakustik
.
1. Sind die Lautsprecher richtig positioniert
Einfach mal ein wenig vor- und zurückstellen und darauf achten, wie sich der Klang im Raum verändert. Das gilt natürlich auch für die Abstände zu den Seitenwänden. Sitzen Sie am Hörplatz in der Mitte eines Stereodreiecks.

Die Lautsprecher sollten von der Wand ca. 1 m mindestens jedoch 0,5 m entfernt stehen. Wird dieser Abstand (besonders schwerwiegend in Raumecken) unterschritten, entsteht eine Bassanhebung (siehe Raumakustik), die das Hörbild entstellen kann. In der Folge davon können Mischungen entstehen, die auf anderen Anlagen unter Umständen dünn klingen und kein Fundament haben. Der Abstand zwischen Lautsprecher und Hörer sollte zwischen min. 1,0 m und 3,0 m betragen. Die Lautsprecher sollten auch für die Quadrater des Raumes nicht zu klein als auch zu groß sein.
.
2. Netzleiste und Stromanschlusskabel
In einer HiFi-Anlage auf High-End-Niveau ist die Stromversorgung nicht nur Mittel zum Zweck, sondern integraler Bestandteil des Klangbild’s. Jede elektronische Komponente verarbeitet den gelieferten Strom und wandelt ihn in ein analoges oder digitales Signal um. Ist dieser Strom von Störungen, Spannungsschwankungen oder Hochfrequenzanteilen überlagert, kann dies zu hörbaren Einbußen führen – etwa zu einem Verlust an Dynamik, Detailtiefe oder räumlicher Staffelung.
Der Satz „Strom ist gleich Strom“ gilt in der High-End-Welt längst nicht mehr. Der Unterschied zwischen einem günstigen Mehrfachstecker aus dem Baumarkt und einer speziell entwickelten High-End-Steckdosenleiste kann klanglich wie technisch erheblich sein – nicht zuletzt, weil viele Komponenten die Qualität des Netzstroms unmittelbar in der Signalverarbeitung widerspiegeln.
Typische Störquellen sind:
- Blitzschlag in der Nähe: führt zu massiven Überspannungen im Netz
- Induktive Lastwechsel (z. B. Kühlschrank, Staubsauger): verursachen Spannungsspitzen
- Netzrauschen durch Nachbarinstallationen oder Haushaltsgeräte
- Gleichspannungsanteile führen zu Brummverhalten bei Trafos
- Brummschleifen: besonders kritisch in Setups mit mehreren Komponenten und Querverbindungen
All diese Störungen können die Performance einer HiFi-Anlage oder eines Heimkino-Systems hör- und messbar beeinträchtigen – oder im schlimmsten Fall zu dauerhaften Schäden an den Geräten führen.
Störungen, die auf das Stromnetz durchschlagen nehmen fast täglich zu. Technisch gesehen läßt sich dies im wesentlichen auf zwei Einflußfaktoren zurückführen:
- elektromagnetische Interferenzen (EMI)
- hochfrequente Störungen (RFI)
Erfahrene Rundfunk- und Fernseh-Techniker bestätigen, dass über 80% Tonstörungen, die nicht durch einen Fehler im Gerät verursacht sind, direkt oder indirekt aus dem Stromnetz resultieren. Häufig festgestellte Gründe sind z.B.:
- fehlerhafte oder schlecht abgeschirmte andere Elektrogeräte
- Regelelektronik (Licht- oder Drehzahlregler)
Überspannungsschutz
Ein zentrales Element hochwertiger Steckdosenleisten ist der integrierte Überspannungsschutz. Er schützt angeschlossene Geräte vor plötzlichen Spannungsspitzen, die durch Blitzschläge oder instabile Netzverhältnisse entstehen können.
Netzfiltertechnologien
Neben dem Schutz vor plötzlichen Schäden spielt die Klangreinheit eine tragende Rolle. Hier kommen Netzfilter ins Spiel, die hochfrequente Störungen – etwa durch WLAN-Router, Schaltnetzteile – wirksam unterdrücken. Diese Störungen können sich subtil, aber deutlich im Klangbild bemerkbar machen: durch flachere Räumlichkeit, eingeschränkte Dynamik oder einen generell „grauen“ Klangcharakter.
Stromverteilung & interne Verdrahtung
Ein oft übersehenes, aber essenzielles Merkmal ist die Verdrahtung innerhalb der Steckdosenleiste. Während einfache Modelle auf Reihenschaltung setzen, verwenden High-End-Komponenten meist eine sternförmige Verdrahtung. Diese sorgt dafür, dass jedes angeschlossene Gerät separat versorgt wird – was Interferenzen reduziert und die Dynamik verbessert.
Ebenso wichtig:
- Separate Erdungspfade zur Vermeidung von Brummschleifen
- Hochreine Innenleiter (z. B. OFC-Kupfer)
- Massive Leiterquerschnitte für niedrigen Innenwiderstand
Steckdosenleiste ist nicht gleich Steckdosenleiste
Der Unterschied liegt – wie so oft – im Detail. Während Baumarktmodelle primär auf Kostenoptimierung ausgelegt sind, verfolgen High-End-Steckdosenleisten ein ganz anderes Ziel: maximale elektrische Integrität, Schutz und Performance.
Merkmale einer hochwertigen Steckdosenleiste:
- Massives, resonanzarmes Gehäuse (oft aus Aluminium)
- Mechanisch entkoppelte Steckplätze
- Vergoldete Kontakte für optimale Leitfähigkeit
- Austauschbare Sicherungselemente
- Filterbare Zonen für Digital-/Analoggeräte getrennt
.
3. Cinchkabel
Cinch-Kabel – auch RCA-Kabel genannt – spielen eine zentrale Rolle in jeder HiFi-Anlage: Sie übertragen analoge Audiosignale zwischen Quellgeräten wie CD-Playern, Plattenspielern mit Phonovorstufe oder DACs und dem Verstärker. Obwohl sie äußerlich oft unspektakulär wirken, sind sie klanglich hochrelevant. Denn selbst feinste musikalische Details, Rauminformationen und Dynamikverläufe hängen davon ab, wie verlustarm und störungsfrei ein Signal übertragen wird.
Hochwertige Cinch-Kabel minimieren kapazitive Verluste, schützen zuverlässig vor elektromagnetischen Einstreuungen und sichern einen stabilen Kontakt über präzise verarbeitete Cinch-Stecker. In gut abgestimmten HiFi-Systemen können sie den Unterschied ausmachen zwischen neutraler Transparenz und klanglicher Unschärfe.
Vorteile hochwertiger Cinch-Kabel
Im Universum der High-Fidelity-Anlagen zählt jedes Detail – und gerade bei der Signalübertragung von NF-Audiosignalen stellen hochwertige Cinchkabel den quasi den „klangliche Feinschliff“ dar. Wer seine HiFi-Anlage auf High-End-Niveau bringen möchte, sollte bei der Verkabelung keine Kompromisse eingehen. Denn selbst die besten Komponenten entfalten ihr volles Potenzial nur, wenn das Signal zwischen ihnen unverfälscht und störungsfrei übertragen wird.
- Überragende Klangqualität durch präzise Signalübertragung
- Exzellente Abschirmung gegen Störungen
- Langlebigkeit und Investitionsschutz
- Perfekte Passform und sichere Verbindung
- Design und Wertigkeit – auch optisch ein Statement
Einbrennen, Einspielzeit und Laufrichtung
Erfahrungsgemäß weisen Kabel – und insbesondere Cinch-Kabel (aber auch Lautsprecherkabel) – ihre volle Performance erst nach einer mehr oder weniger langen Einspielzeit auf. Um diesen Effekt zu verkürzen und zu optimieren, wurde das sogenannte „Einbrennen“ entwickelt. Nach der Einbrenn-Prozedur werden die Cinch-Kabel mit der optimalen Laufrichtung gekennzeichnet und es wird ein Zertifikat ausgestellt.
.
4. Lautsprecherkabel
Lautsprecherkabel werden in ihrer Bedeutung für die Klangverbesserung leider häufig unterschätzt. Dabei eignen sich gerade diese Verbindungen ganz hervorragend zum Tuning von HiFi- oder Heimkino-Anlagen. Test-Redakteure bestätigen immer wieder: Mit einem guten Kabel können ungeahnte Steigerungen im Klangerlebnis erreicht werden.
Kein Wunder, dass für besonders hochwertige Lautsprecherkabel zum Teil Kaufpreise im oberen fünfstelligen Bereich verlangt und bezahlt werden.
Vorteile hochwertiger HiFi-Lautsprecherkabel
Nicht jedes Kabel für Lautsprecher bietet die gleiche Qualität. Ein High-End-Lautsprecherkabel sorgt für eine optimale Signalübertragung, reduziert Störungen und „verbessert“ (im Vergleich zu einem Standardkabel) die Klangqualität. Verbessert ist deshalb in Anführungszeichen gesetzt, weil es eben nicht die Aufgabe eines Lautsprecherkabels ist, aktiv im Sinne einer Verbesserung in das Klanggeschehen einzuwirken. Vielmehr sollte das Kabel die Signale vom Verstäker im Idealfall unverändert und 100% transparent an die Lautsprecher weiterleiten.
Als Leitermaterial hat sich sauerstofffreies Kupfer bewährt. Die hohe Leitfähigkeit und geringen Widerstände von reinem OFC- (Oxygen Free Copper) Kupfer wird nur von reinem Silber übertroffen. Wer Wert auf höchste Klangqualität legt, sollte auf ein Lautsprecherkabel mit Bananenstecker setzen, um Kontaktverluste zu vermeiden.
- Hohe Transparenz in der Signalübertragung
- Niedrige Kapazitätswerte (elektrische Ladung zwischen den Leitern gespeichert wird)
- Geringe Induktivität (ein Magnetfeld um die Leiter herum aufzubauen)
- Hochwertige Materialien (Leiter aus reinem Kupfer oder Silber bieten eine exzellente Leitfähigkeit)
- Effiziente Abschirmung (vermindert allgegenwärtige elektromagnetische Störeinflüsse und trägt dazu bei, den Klang möglichst neutral und detailreich zu übertragen)
- Optimale Terminierungen (der Lautsprecherkabel mit kontaktgriffigen und korrosionsfesten Steckern sorgen für eine sichere und langlebige Verbindung)
- Kabelgeometrie (zur Minimierung elektrischer Einflüsse)
5. Raumakustik
Unter Raumakustik versteht man die Eigenschaften eines Raumes, die die Ausbreitung von Schall beeinflussen. Im Gegensatz zur Bauakustik, die sich mit der Schallisolation zwischen Räumen beschäftigt, fokussiert sich die Raumakustik auf die Schallverhältnisse innerhalb eines Raumes.
Raumakustik ist die heimliche Gestalterin der Atmosphäre
In Konzert- und Opernhäusern ist eine gute Raumakustik ausschlaggebend für die Qualität und das Renommee des gesamten Hauses.
Raumakustische Grundlagen.
Eine gute Raumakustik unterliegt vielfältigen Einflüssen und wird von der Nachhallzeit und der Schallabsorption bestimmt. Die Nachhallzeit. Die Nachhallzeit ist die Zeitspanne, in der ein Schalldruckpegel nach Abschalten der Schallquelle in einem Raum um 60 Dezibel abfällt. Sie bestimmt die akustische Visitenkarte des Raumes.
Die Nachhallzeit hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:
- von dem Volumen
- von den Oberflächen im Raum
- von den Einrichtungsgegenständen
Grundsätzlich gilt:
- Je größer der Raum, desto länger ist in der Regel die Nachhallzeit.
- Je mehr Schallabsorption im Raum, desto kürzer ist die Nachhallzeit.
Erste Maßnahmen
Die wohl bekannteste Maßnahme, um einen Raum akustisch zu optimieren, ist, ihn einzurichten. Bücherregale sorgen dafür, dass der Schall nicht mehr direkt auf die Wand trifft. Auch Bilder an den Wänden bringen schon was. Ein Teppich auf dem Boden absorbiert einen Teil des Schalls. Sofa, Sessel usw. wirken wie Absorber und Diffusoren.
Praktisch alles, was den Schall daran hindert, direkt auf eine glatte Fläche zu treffen oder sogar Schall schluckt, ist gut geeignet für die akustische Raumoptimierung. Sie kennen das sicher, im kahlen Keller hallt die Stimme ziemlich, während das Gespräch im gemütlich eingerichteten Wohnzimmer angenehm ist – also rein akustisch betrachtet.
Gegen die gemeinen Raummoden können Sie zudem vorgehen, indem Sie Ihre Lautsprecher verschieben, das kann schon zu großen Effekten führen.
Weitere Maßnahmen
Nun will und kann nicht jeder seinen Hörraum – meist das Wohnzimmer – mit Regalen und schweren Sofas vollstopfen. In solchen Fällen kommen Akustik-Elemente ins Spiel, die werden wie Regale an die Wand gehangen oder gestellt. Auch für die Decken gibt es entsprechende Platten und Bassfallen für die Raumecken, die meist das größte akustische Problem darstellen.
Maßnahmen zur Verbesserung
- Einsatz von Absorbern: Akustikbilder, Wandpaneele, schwere Vorhänge, Teppiche.
- Diffusoren: Zur Klangstreuung einsetzen, besonders in größeren Räumen.
- Erstreflexionen: Gezielte Behandlung der Punkte, an denen der Schall zuerst von Wänden, Decke oder Boden reflektiert wird

Raummode
Gegenüber hohen Frequenzen, die gerichtet aus Lautsprechern kommen, breitet sich der Bass in kugelförmigen Wellen aus. Diese Schallwellen werden von harten Flächen wie Wände oder Decken zurückgeworfen. Die reflektierten Wellen treffen dann im Raum aufeinander und überlagern sich, es entstehen Interferenzen. Das bedeutet , wo sich ein Wellenberg und ein Wellental überlagern, löschen sich beide aus. Stoßen zwei Wellenberge zusammen, dann verstärken sie sich. Bei Raummoden handelt es sich um sogenannte stehende Wellen. Das bedeutet, dass die Auslöschung oder Verstärkung immer an den gleichen Stellen des Raumes auftritt.
Basstrag, auch Bassfalle oder Bassabsorber
Eine Basstrag ist ein freistehender Absorber, der gezielt die tiefen Frequenzen im Raum schluckt, ohne die hohen Frequenzen zu beeinflussen. Die Basstrag besteht meist aus einen Gerüst, welches mit einen offenporigen Stoff bezogen ist. Im inneren befindet sich ein Dämmmaterial. Das kann Steinwolle sein, Schaumstoff oder ein Naturfaser-Gemisch. Die tiefen Frequenzen dringen durch den Stoff in die Bassfalle ein und werden durch den Füllstoff akustisch ausgelöscht – die Schallenergie wird zur Wärmeenergie.
Absorber
Absorber schlucken die Schallenergie genau wie Bassfallen. Je nach Konstruktion und Material können sie nur bestimmte Frequenzen absorbieren oder ein weites Spektrum. Im letzteren Fall spricht man von Breitbandabsorbern. Der Hall eines Raumes lässt sich mit ihnen wirkungsvoll reduzieren.
Diffuser
Diffusoren haben eine zerklüftete Oberfläche, sodass der Schall in möglichst vielen Winkeln davon abprallt. Sie sind besonders für den Mitten- und Höhenbereich wichtig.